Sicher verkaufen: Bezahlung, Übergabe und Maschen

Aktualisiert am 6. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Gib den Artikel erst aus der Hand, wenn das Bargeld bei dir ist oder die Überweisung in deiner eigenen Banking-App steht.
  • Ein Screenshot, eine E-Mail oder eine SMS mit „bezahlt“ ist kein Geld, und eine angebliche Überzahlung erstattest du nie zurück.
  • Gib nie Kartendaten oder Codes heraus, um Geld zu „empfangen“, denn Afër hat keinen Bezahldienst und jeder Afër-Zahlungslink ist gefälscht.
  • Triff Käufer tagsüber an einem belebten Ort mit einer Begleitung und sei nicht allein, wenn jemand für ein großes Möbelstück zu dir nach Hause kommt.
  • Markiere die Anzeige nach der Übergabe als verkauft und wähl den Käufer aus, damit nach seiner Bestätigung beide Seiten eine Bewertung abgeben können.

Mit welchen Maschen werden Verkäufer betrogen?

Betrug trifft nicht nur Käufer. Verbraucherzentralen und Polizei beschreiben eine Handvoll Tricks, die gezielt auf Privatverkäufer zielen. Sie wollen alle eines von zwei Dingen: deinen Artikel, bevor Geld angekommen ist, oder deine Karten- und Bankdaten. Wer die Muster kennt, erkennt sie schnell.

  • Die gefälschte Zahlungsbestätigung. Der angebliche Käufer schickt einen Screenshot, ein Foto, eine E-Mail oder eine SMS, dass das Geld unterwegs ist, manchmal mit einem Link oder QR-Code, über den du die Zahlung „bestätigen“ sollst. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC beschreibt das Ziel: Du sollst den Artikel herausgeben, bevor du merkst, dass nichts angekommen ist.
  • „Ich habe zu viel bezahlt, überweis mir die Differenz.“ Der Käufer behauptet, mehr als vereinbart oder doppelt gezahlt zu haben, und will den Rest zurück. Die ursprüngliche Zahlung stellt sich dann als falsch heraus oder wird zurückgeholt, und dein Geld ist weg.
  • Kartendaten oder Codes, um Geld zu „empfangen“. Du bekommst einen Link zu einer Seite, die wie ein Bezahldienst oder eine Bank aussieht und deine Kartennummer abfragt, oder jemand will einen Code, den du per SMS bekommst. Die Polizei Berlin beschreibt die Variante mit dem Link zur Eingabe der Kartendaten: Statt einer Zahlung wird Geld von der Karte des Verkäufers abgebucht.
  • Die Spedition, die vorher Geld will. Der Käufer kündigt an, eine Spedition oder ein Kurier hole den Artikel ab, doch zuerst sollst du die Transportkosten an diese Firma überweisen. Das Geld landet bei den Tätern. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, nie Transport-, Versicherungs- oder ähnliche Kosten vorzustrecken.
  • „Schick es schon mal, ich zahle später.“ Der Käufer kann nicht vorbeikommen und will den Artikel geschickt bekommen, bevor das Geld da ist. Verbraucherschützer raten, nichts zu versenden, bevor die Zahlung wirklich auf deinem Konto eingegangen ist.

Afër hat keinen Bezahldienst und keinen Versand. Eine Nachricht über eine „Afër-Zahlung“, einen „sicheren Afër-Versand“ oder Geld, das auf Afër für dich bereitliegt, ist deshalb immer gefälscht. Besteht ein Käufer auf einem dieser Wege, schreib nicht weiter und melde ihn.

Wie stellst du sicher, dass das Geld wirklich da ist?

Auf Afër bezahlt dich der Käufer direkt. Es gibt kein Treuhandkonto und keinen Schutz durch die Plattform, also muss das Geld bei dir sein, bevor der Artikel deine Hände verlässt. Auch die FTC verweist auf den Rat, an Käufer aus der Nähe zu verkaufen, die du persönlich triffst, und nur Bargeld anzunehmen. Eine Überweisung geht auch, wenn du sie selbst prüfst.

  1. Vereinbare den genauen Preis und die Zahlungsart vor dem Treffen im Afër-Chat: Bargeld oder eine Überweisung, die sofort ankommt.
  2. Bei Bargeld zählst du die Scheine zusammen mit dem Käufer nach. Für die aktuellen Euro-Scheine empfiehlt die Europäische Zentralbank „Fühlen, Sehen, Kippen“: ein ertastbares Relief, Wasserzeichen und Sicherheitsfaden im Gegenlicht, eine Zahl, die beim Kippen die Farbe wechselt, und ein Hologramm. Auch die 1000-Lek-Note der Bank von Albanien hat einen fühlbaren Druck, ein Porträt-Wasserzeichen und einen Sicherheitsfaden.
  3. Bei einer Überweisung öffnest du deine Banking-App selbst, nicht über einen Link, den dir jemand schickt, und prüfst, ob das Geld gutgeschrieben ist. Die Polizei Rheinland-Pfalz rät, nie auf Links in SMS oder E-Mails zu klicken, und die US-Organisation Better Business Bureau (BBB) empfiehlt, erst zu handeln, wenn die Zahlung direkt auf deinem Konto eingegangen ist.
  4. Prüfe, ob der Name des Absenders in deiner App zur Person vor dir passt. Erst dann gibst du den Artikel heraus.

Akzeptiere nie einen Screenshot, eine weitergeleitete E-Mail oder ein „Bei meiner Bank dauert das ein paar Stunden“ als Beweis. Kommt mehr Geld an als vereinbart, überweis keine Differenz zurück, sondern frag zuerst deine Bank. Kein echter Käufer braucht deine Kartennummer, deine PIN, dein Online-Banking-Passwort oder einen SMS-Code, um dich zu bezahlen. Eine Bank wie HSBC erklärt, sie werde dich nie bitten, Einmalcodes weiterzugeben.

Wo und wie sollte die Übergabe stattfinden?

Das persönliche Treffen ist der sicherste Weg zu verkaufen: Du siehst das Geld, der Käufer sieht den Artikel. Was Polizei und Verbraucherschützer für Übergaben raten, lässt sich auf ein paar einfache Regeln bringen:

  • Triff dich tagsüber an einem belebten, öffentlichen Ort, etwa in einem Café oder einem Einkaufszentrum.
  • Nimm eine Freundin, einen Freund oder jemanden aus der Familie mit und sag jemandem, wohin du gehst.
  • Bei großen Artikeln wie Sofa oder Waschmaschine, für die der Käufer zu dir kommen muss, sei nicht allein zu Hause. Bitte jemanden dazu und stell den Artikel vorher in die Nähe des Eingangs oder in die Garage.
  • Lass den Käufer den Artikel gründlich testen: einschalten, Funktionen ausprobieren, genau ansehen. Ein guter Test jetzt erspart dir später Streit.
  • Ändert der Käufer plötzlich Ort, Preis oder Geschichte oder fühlst du dich unwohl, brich das Treffen ab.

Gib den Artikel erst heraus, wenn das Geld wirklich in deiner Hand oder auf deinem Konto ist. Ein „Ich überweise dir das auf dem Heimweg“, ein Screenshot oder das Versprechen, später wiederzukommen, ist keine Zahlung.

Du darfst Nein sagen. Will der Käufer beim Treffen weniger zahlen als im Chat vereinbart, schuldest du niemandem einen Verkauf. Viele dieser Punkte findest du aus Käufersicht in unserem Ratgeber Gebraucht kaufen ohne Betrug; so weißt du, was ein vorsichtiger Käufer von dir erwartet.

Welche persönlichen Daten behältst du besser für dich?

Bleib so lange wie möglich im Afër-Chat. Alles, was du mit dem Käufer vereinbarst, vom Preis bis zum Treffpunkt, steht dort schriftlich. Wechselst du zu WhatsApp, Viber oder einem Anruf, gelten die Schutzmaßnahmen des Chats nicht mehr. Verbraucherschützer raten außerdem, Wohnadresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse nicht ohne Grund herauszugeben.

Deine Telefonnummer ist in deinem Afër-Profil freiwillig. Hinterlegst du sie als Privatverkäufer, sehen angemeldete Nutzer sie erst nach einem Klick auf „Nummer anzeigen“, vorher bleibt sie maskiert. Die Nummer eines Händlers sehen angemeldete Nutzer vollständig. Gäste sehen nie eine vollständige Nummer. Deine Adresse gibst du erst heraus, wenn ein Käufer wirklich zu dir kommen muss und der Termin feststeht.

  • Schick nie Fotos oder Scans von Personalausweis, Reisepass oder Führerschein. Die Polizei bringt die Bitte um eine Ausweiskopie mit Identitätsdiebstahl in Verbindung.
  • Gib nie Kartennummern, die Prüfnummer auf der Kartenrückseite, deine PIN oder dein Online-Banking-Passwort weiter.
  • Gib nie Codes weiter, die du per SMS bekommst. Die FTC sagt es deutlich: Teile keinen Bestätigungscode mit jemandem, den du nicht kennst.

Was tust du nach dem Verkauf auf Afër?

Ist das Geld bei dir und der Artikel beim Käufer, schließ den Verkauf in der App ab. Dann fragt niemand mehr nach einem Artikel, den es nicht mehr gibt, und beide Seiten können eine Bewertung abgeben.

  • Öffne „Meine Anzeigen“ und tippe bei der Anzeige auf „Verkauft“. Den Button gibt es bei aktiven Anzeigen; hast du deine pausiert, tippe zuerst auf „Aktivieren“.
  • Wähl unter „Käufer auswählen“ die Person aus deinen Chats. Auswählen kannst du nur jemanden, dem du im Chat geantwortet hast. Woanders verkauft? Dann tippe im selben Fenster auf „Anderweitig verkauft“.
  • Mach das erst nach der Übergabe: Eine als verkauft markierte Anzeige lässt sich in der App nicht wieder aktivieren, nur noch löschen. Afër sagt es selbst: Wähle den Käufer erst, wenn du den Artikel übergeben hast.
  • Der Käufer sieht danach im Chat „Kauf bestätigen“ und tippt auf „Ja, gekauft“. Bis dahin kannst du noch „Auswahl aufheben“ wählen.
  • Ab seiner Bestätigung bleiben 14 Tage, in denen du den Käufer und er dich bewerten kann. Dein Button heißt „Käufer bewerten“; sichtbar werden die Bewertungen, sobald beide bewertet haben oder die 14 Tage vorbei sind.

Kommt dir etwas komisch vor? Tippe im Chat auf ⋮ („Mehr“) und wähl „Melden“ oder „Blockieren“. Nach dem Blockieren sind keine Nachrichten mehr möglich, und in dieser Unterhaltung können weder du noch die andere Person einen Verkauf bestätigen oder eine Bewertung abgeben. Auch eine Anzeige kannst du mit „Melden“ melden. Unser Team prüft Meldungen und kann eine Anzeige entfernen oder ein Konto sperren.

Hast du Geld verloren oder Kartendaten eingegeben, ruf sofort deine Bank an und erstatte Anzeige bei der Polizei: im Kosovo bei der Kosovo-Polizei (Policia e Kosovës), etwa über ihre App „Lajmëro Policinë“ oder unter 192; in Albanien bei der Staatspolizei (Policia e Shtetit), auf deren Website es ein Online-Formular für Meldungen zu Cyberkriminalität gibt. Mehr zu sicherem Kontakt findest du in unseren Sicherheitshinweisen.

Häufige Fragen

Reicht ein Screenshot der Überweisung, bevor ich den Artikel übergebe?

Verlass dich besser nicht darauf. Screenshots und E-Mails lassen sich fälschen; prüf in deiner eigenen Banking-App, ob das Geld angekommen ist, oder nimm Bargeld.

Der Käufer hat zu viel überwiesen und will die Differenz zurück. Was nun?

Sei sehr vorsichtig, denn FTC und Verbraucherzentralen beschreiben genau das als Masche gegen Verkäufer. Überweis keine Differenz zurück, sondern frag zuerst deine Bank.

Kann ich auf Afër mit Bezahlung und Versand über die Plattform verkaufen?

Nein. Afër hat keinen Bezahldienst und keinen Versand, ein Link zu einer „Afër-Zahlung“ ist also gefälscht. Verschickst du doch etwas, raten Verbraucherschützer, zu warten, bis das Geld wirklich auf deinem Konto ist.

Muss ich meine Telefonnummer angeben?

Nein, sie ist freiwillig. Käufer erreichen dich im Afër-Chat; hinterlegst du als Privatverkäufer eine Nummer, sehen angemeldete Nutzer sie erst nach einem Klick auf „Nummer anzeigen“ vollständig.

Wann kann ich den Käufer bewerten?

Sobald du die Anzeige als verkauft markiert, den Käufer ausgewählt und er den Kauf im Chat bestätigt hat. Danach bleiben beiden Seiten 14 Tage für eine Bewertung.

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